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NRW-Polizeimeisterschaften Beamte messen sich in Herne im Crosslaufen

Quelle: derwesten.de, Antonia Röder

Herne. Großaufgebot im Revierpark Gysenberg: Viel Trubel bei den NRW-Polizeimeisterschaften im Crosslaufen.

Ein Schuss fällt. Das Areal ist mit rot-weißem Polizeiband abgetrennt. Um das Gelände kreisen Mannschaftswagen und Motorradpolizisten. Ein riesiges Polizeiaufgebot hat den Revierpark Gysenberg in Beschlag genommen. Die Polizisten kommen aus allen Ecken NRWs, ja gar aus ganz Deutschland. Nicht, um einen Gangster zu fassen. Sie lockt der sportliche Wettkampf: Die Landesmeisterschaften 2011 im Crosslauf (siehe Box). In diesem Jahr sind auch Starter über die Landesgrenzen hinaus zulassen. Ihre Wertung zählt für den übergeordneten Polizei-Cup, der erstmalig parallel ausgetragen wird.

Zwei der „Landesfremden“ sind Hajo Wissmann und Marco Hüttl, die sich in der Sporthalle, dem Treffpunkt der Beamten-Sportler, erst mal einen heißen Kaffee geschnappt haben. Draußen fröstelt’s noch, auch wenn die Sonne schon ein bisschen durch die Bäume lugt. Wissmann und Hüttl haben heute ihr erstes Mal. „Wir wollten mal sehen, wo wir im Vergleich so stehen“, erzählt der 34-jährige Wissmann. Die Bundespolizisten sind schon um 5 Uhr aufgestanden - immerhin mussten sie mehr als 400 km vom schleswig-holsteinischen Ratzeburg hinter sich bringen. Ab 14 Uhr – wenn Männer zwischen 30 und 35 Jahren antreten – kommen noch einmal 7,8 Kilometer dazu – per Pedes.

„Die meisten der 283 Teilnehmer kommen aus NRW. Aus den anderen Ländern sind es vielleicht zehn. Das könnten noch mehr sein“, findet Paul Hannes, erster Vorsitzender der Polizeisportvereinigung Bochum. Seinem Verein obliegt die Ausrichtung, Hannes ist sowas wie der Organisationschef, der von der morgendlichen Lautsprecherbegrüßung bis zum Informationsgeber für die Presse diverse Aufgaben inne hat.

Unter den ersten 77 Startern, die um 10.30 Uhr als erste die Beine in die Hand nehmen, wäre einer besonders gerne: Polizist Gerd Klar aus Herne. „Mir tut es in der Seele weh“, sagt der 53-Jährige. Immerhin ist das hier seine Haus strecke. Ausgebremst hat den Lokalmatadoren ein Stressbruch im Hüftbereich. Dabei ist Klar ein alter Hase im Laufgeschäft, bei den vergangenen Meisterschaften wurde er Dritter, 2003 war er sogar Landesmeister. Heute ist er „Mädchen für alles“ auf der Strecke und dem Sportplatz, der Sart- und Zielort ist.

Rund 65 Starter gehören dem vermeintlich schwachen Geschlecht an: „Die NRW-Polizistinnen sind super im Laufen, sind das dritte Mal in Folge Bundesmeister im Marathon geworden“, erzählt Volker Heyne aus Bielefeld. Und der muss es wissen, schließlich ist er nicht nur Startnummer 145, sondern auch in der Funktion des NRW-Fachwarts für Crosslauf und Marathon am Start. Mit ihm ist Peter Pauls angereist - der 30-Jährige Bielefelder, der sich im Teutoburger Wald vorbereitet hat, hat große Absichten: erster werden in der Altersklasse. „Die Zeitung erscheint doch erst morgen, oder?“, lacht er angesichts der selbstbewussten Ankündigung. Eine ruhige Kugel schiebt indes die gleichaltrige Eva Laukötter aus Köln. „Ich habe beim Köln-Marathon mitgemacht, da tun die 7,8 Kilometer auch nicht mehr weh“. Vielleicht ist Lässigkeit ja das Erfolgsrezept der NRW-Damen. Momentan seien sie auf jeden Fall „die schnelleren Polizisten“, sagt Paul Hannes.

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